Informationen bezüglich COVID-19

Auch wenn das 17. Autonome Kunstpädagogische Forschungskolloquium noch etwa fünf Monate in der Zukunft liegt, müssen wir auf eventuelle Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie vorbereitet sein und bereits jetzt in unsere Planungen mit einbeziehen.

Das Kolloquium findet unter allen Umständen statt! Fall es nicht wie geplant vor Ort in der Evangelischen Akademie in Loccum abgehalten werden kann, ziehen wir andere Möglichkeiten – wie beispielsweise eine digitale Plattform – in Betracht. Aufgrund der sich sehr dynamisch entwickelnden Situation sind dazu allerdings noch keine belastbaren Prognosen möglich. Wir möchten euch dazu ermutigen, auf jeden Fall eure Abstracts einzureichen und freuen uns schon auf alle Beiträge! Diese könnt ihr uns bis zum 1. Juni 2020 per Mail an loccum@gmx.net zusenden (siehe Beitrag unten).

Mit den besten Grüßen und allen guten Wünschen für eure Gesundheit

das Loccum17-Organisationsteam

call for papers | Mosaiken auslegen | 17. Kunstpädagogisches Kolloquium

Mosaiken auslegen

„We become not a melting pot but a beautiful mosaic. Different people, different beliefs, different yearnings, different hopes, different dreams.“ (Jimmy Carter)

So wie einst der 39ste Präsident der Vereinigten Staaten, Jimmy Carter, sagte: „Wir sind kein Schmelztiegel, sondern ein wunderschönes Mosaik,“ ist auch die Forschung innerhalb der Kunst und Kunstpädagogik nicht als ein großer Schmelztiegel zu sehen, aus dem ein gemeinsamer Konsens gegossen wird. Vielmehr sind die einzelnen Forschungsarbeiten als individuelle Teile eines wissenschaftlichen Diskurses aufzufassen – als Steinchen eines großen Mosaikfeldes. Die Denkfigur Mosaik markiert für uns essentielle Aufgaben und Herausforderungen der heutigen Kunstpädagogik, die wir im 17. Forschungskolloquium zur Diskussion stellen wollen.

Vollständigen Call als PDF herunterladen


Formelles:

Der kunstwissenschaftliche Diskurs innerhalb des 17. Autonomen Kunstpädagogischen Forschungskolloquiums in Loccum soll sich als Netzwerk von Nachwuchswissenschaftler*innen verstehen, d. h. als viele unterschiedliche Steinchen, die gemeinsam ein großes Mosaik ergeben werden. Dabei soll bewusst Raum für verschiedene Auslegungstechniken und -varianten geschaffen werden. Das kunstpädagogische Forschungskolloquium Loccum 2020 möchte zum gemeinsamen Nachdenken, Austausch und Diskussion einladen, dabei sowohl Kollaboration eröffnen als auch Selbstpositionierung anregen. Alle Teilnehmer*innen haben ein 60-minütiges Zeitfenster, um ihr Forschungsvorhaben in einer Arbeitsgruppe vorzustellen und zu diskutieren. Eine explizite thematische Bezugnahme auf den Call hinsichtlich der eigenen Forschungsarbeit ist wünschenswert, kann aber auch implizit im Rahmen anderer Forschungsvorhaben diskutiert werden und ist somit keine Voraussetzung zur Teilnahme. Als diskussionsbasiertes Kolloquium sind verschiedene Präsentations- und Arbeitsformate willkommen (beispielsweise Workshops, Vorträge, künstlerisch-performative Beiträge). Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass Loccum auch ein Ort für Fragmentarisches, Unreifes und Nicht-Ausformuliertes ist. In der Atmosphäre eines Arbeitstreffens soll das Forschungskolloquium insbesondere die Gelegenheit bieten, mit anderen Nachwuchswissenschaftler*innen auf Augenhöhe zu diskutieren. Das Kolloquium richtet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler*innen (Promovierende und Post-Docs) aus den Bereichen Kunstpädagogik, Kunsttherapie, Kunsttheorie, Kulturelle Bildung sowie allen benachbarten Fachrichtungen. Auch angehende Promovierende, die noch ganz am Anfang ihres Forschungsvorhabens stehen, sind herzlich willkommen.

Abstract:

Wir freuen uns über Beiträge im Umfang von max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen. Zusendung bitte bis zum 1. Juni 2020 per E-Mail an loccum@gmx.net

Datum & Zeit:

Das Kolloquium beginnt am Freitag, den 28. August um 14:30 Uhr und endet am Sonntag, den 30. August 2020 gegen 15 Uhr in der Ev. Akademie Loccum.

Kosten pro Person:

Die Tagungsgebühr für Übernachtung und Verpflegung beträgt 180,00 €. BDK-Mitglieder erhalten eine Vergünstigung. Es besteht die Möglichkeit, vor Ort dem BDK e.V. beizutreten.

Eine kostenfreie Stornierung ist lediglich bis Anfang Juli möglich. Im Falle von kurzfristigen Absagen (auch bei Krankheit) behält die Unterkunft bis zu 80 % der Kosten ein, infolgedessen können wir leider nicht den vollen Betrag zurückerstatten.

Organisationsteam von Loccum 2020:

Katharina Brönnecke, Anja Gebauer, Theresa Martinetti, Jana Tiborra, Matthias Weich


 

Loccum #17 Save the date!

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Das 17. Autonome Kunstpädagogische Forschungskolloquium in Loccum findet dieses Jahr vom 28.08. – 30.08. statt und bietet Nachwuchswissenschaftler*innen aus der Kunstpädagogik und angrenzenden Be­reichen die Möglichkeit, Fragmente aus ihrer Arbeit vorzustellen.

Weitere Informationen folgen in Kürze auf dieser Website.

call for papers: 02/2020 | Einreichungsfrist: 06/2020

call for papers | Macht: Macht. | 16. Kunstpädagogisches Kolloquium

snap

SNAP! The Power (Official Video) auf Youtube

Macht: Macht.

„You’ve got the power“ singen Snap! in ihrem Song Power von 1990. Eine in diesem Sinne selbstermächtigende Haltung ist in politisch beunruhigenden Zeiten wie der gegenwärtigen ein Ziel von kunstpädagogischem Handeln – ob in der freien Kunstvermittlung, an der Schule oder im Bereich kunstpädagogischer Theorie sowie Lehre und Forschung an den Hochschulen.

Weiterlesen: der vollständige Call als PDF

 

Konzeptuelles, Formelles und Hinweise zum Anmeldeverfahren

Das kunstpädagogische Forschungskolloquium Loccum 2019 möchte zu gemeinsamem Nachdenken, Austausch und Diskussion einladen. Alle Teilnehmer*innen haben ein 60-minütiges Zeitfenster, um ihr Forschungsvorhaben in einer Arbeitsgruppe vorzustellen und zu diskutieren. Eine explizite thematische Bezugnahme auf den Call hinsichtlich der eigenen Forschungsarbeit ist wünschenswert, kann aber auch implizit im Rahmen anderer Forschungsvorhaben diskutiert werden und ist somit keine Voraussetzung zur Teilnahme. Als diskussionsbasiertes Kolloquium sind verschiedene Präsentations- und Arbeitsformate willkommen (beispielsweise Workshops, Vorträge, künstlerisch-performative Beiträge). Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass Loccum auch ein Ort für Fragmentarisches, Unreifes und Nicht-Ausformuliertes ist. In der Atmosphäre eines Arbeitstreffens soll das Forschungskolloquium insbesondere die Gelegenheit bieten, mit anderen Nachwuchswissenschaftler*innen auf Augenhöhe zu diskutieren. Das Kolloquium richtet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler*innen (Promovierende und Post-Docs) aus den Bereichen Kunstpädagogik, Kunsttherapie, Kunsttheorie, Kulturelle Bildung sowie allen benachbarten Fachrichtungen. Auch angehende Promovierende, die noch ganz am Anfang ihres Forschungsvorhabens stehen, sind herzlich willkommen.

Abstracts

Wir freuen uns über Beiträge im Umfang von max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen. Zusendung bis zum 1. Juni 2019 per E-Mail an loccum@gmx.net.

Datum & Zeit

Das Kolloquium beginnt am Freitag, den 30. August um 14:30 Uhr und endet am Sonntag, den 1. September 2019 gegen 15 Uhr in der Ev. Akademie Loccum.

Kosten pro Person

Die Tagungsgebühr für Übernachtung und Verpflegung beträgt maximal 169 €, BDK- Mitglieder erhalten rückwirkend eine Vergünstigung. Es besteht die Möglichkeit vor Ort dem BDK e.V. beizutreten.

Organisationsteam von Loccum 2019

Swantje Frank-Jakob, Eva-Maria Sahle, Miriam Schmidt- Wetzel, Frauke Voigt und Paula Marie Kanefendt.

 

 

Loccum #16 Save the date

Das 15. Kolloquium mit dem Thema „Schnittstellen“ ist erfolgreich zu Ende gegangen.

Das nächste kunstpädagogische Forschungskolloquium in Loccum findet statt vom 30. August bis 1. September 2019. Thema und Call werden auf dieser Seite von dem neuen Planungsteam (Swantje Frank-Jakob, Paula Marie Kanefendt, Eva-Maria Sahle, Miriam Schmidt-Wetzel und Frauke Voigt) etwa ab Februar 2019 veröffentlicht.

 

call for papers | Schnittstellen | 15. Kunstpädagogisches Kolloquium

Welche Schnittstellen existieren zwischen Kunst, Pädagogik und Wissenschaft? Wie und in welchen Formen werden sie deutlich? Worauf verweisen sie? Wie lassen sich diesbezüglich Aspekte von Inter- und Transdisziplinarität beschreiben? Inwieweit können Schnittstellen zwischen wissenschaftlichen Denkweisen produktiv für die kunstpädagogische Forschung sein und inwiefern zeigen sich Schnittstellen in und zwischen künstlerischen Praktiken? Worin überschneiden sich Lehre und Lernen? Welche Relevanz bergen Schnittstellen von Theorie und Praxis?

Gilles Deleuze und Félix Guattari schaffen mit der poststrukturalistischen Denkfigur des Rhizoms ein neues Paradigma für nicht vertikale und dezentrierte Wachstumsereignisse von Systemen: Im „Unterschied zu den Bäumen und ihren Wurzeln verbindet das Rhizom einen beliebigen Punkt mit einem anderen; jede seiner Linien verweist nicht zwangsläufig auf gleichartige Linien, sondern bringt sehr verschiedene Zeichensysteme ins Spiel und sogar nicht signifikante Zustände (états de non-signes). Das Rhizom läßt sich weder auf das Eine noch auf das Viele zurückführen. Es ist nicht das Eine, das Zwei wird, auch nicht das Eine, das direkt Drei, Vier, Fünf etc. wird. Es ist weder das Viele, das vom Einen abgeleitet wird, noch jenes Viele, zu dem das Eine hinzugefügt wird (n+1). Es besteht nicht aus Einheiten, sondern aus Dimensionen. […] [Es ist weder ein] zentriertes, […] [noch ein] hierarchisches […] [oder] signifikantes System ohne General […] [.] [Es ist kein] organisierendes Gedächtnis und [auch kein] Zentralautomat; es ist einzig und allein durch die Zirkulation der Zustände definiert“ (Deleuze/Guattari, 1977, S. 34f).
Bewegen wir uns in dieser Denkfigur, gewinnt die Bedeutungsebene der Schnittstelle an zentraler Relevanz. Im systemischen Kontext von Kunst, Bildung und Wissenschaft, in der Interdisziplinarität von verschiedenen semiotischen Zeichensystemen sollen im diesjährigen Kolloquium Schnittstellen im kunstpädagogischen Kontext sichtbar gemacht werden.
Das kunstpädagogische Forschungskolloquium Loccum begreift sich in diesem Zusammenhang als physische Schnittstelle, innerhalb derer über gemeinsame Herausforderungen und Themen diskutiert werden soll; unabhängig von „institutionellen Grenzen, regionalen Besonderheiten […] und unterschiedlichen ‚Schulen‘“ (Meyer/Sabisch, 2012, S. 11).

Schnittstellen treten in gegenwärtigen Kunst- und Kulturformen vielfältig auf: So treffen beispielsweise in der künstlerischen Forschung Kunst und Wissenschaft aufeinander, auf Theaterbühnen werden filmische Elemente integriert und Klangkünstler*innen verbinden Installation, Ton und Performance. Festzustellende Grenzen zwischen den einzelnen Künsten lösen sich zunehmend auf und lassen neue intermediale Kunstformen entstehen. Der Begriff der Intermedialität spielt insofern eine wichtige Rolle, da mit ihm Schnittstellen wie „Abhängigkeits-, Mischungs- oder Transformationsbeziehungen zwischen Produkten oder Verfahren unterschiedlicher Medien“ beschrieben werden können (Sanio 2010, S. 194).

Auch im Kontext künstlerisch-praktischer sowie wissenschaftlich-theoretischer Annäherung an Fragestellungen und Phänomene in kunstpädagogischen und vermittlungsorientierten Settings ergeben sich Schnittstellen für die Methodik in der eigenen Forschungsarbeit. In Anlehnung an das Leitmotiv „Neues Wissen durch anderes Tun“ (Tröndle/Warmers, 2012) soll dazu angeregt werden, wissenschaftliche und künstlerische Forschungsmethoden zu definieren, diese vergleichend zu betrachten, um sie schließlich produktiv für sich zu nutzen. Ausgehend von der Basis, sich innerhalb von Kunst und Wissenschaft mit den gleichen Themen zu beschäftigen (ebd.) und daran anknüpfend entsprechende Bezugsfelder zu definieren, regen Schnittstellen innerhalb des Methodendiskurses zum Querdenken an und eröffnen neue Perspektiven.


Formelles
Das kunstpädagogische Forschungskolloquium Loccum 2018 möchte dazu einladen, aktiv über verschiedene Formen von Schnittstellen zu diskutieren, diese zu reflektieren sowie neuen Schnittstellen nachzuspüren und jene offenzulegen. Alle Teilnehmer*innen haben ein etwa 40-minütiges Zeitfenster, in dem sie ihre Forschungsvorhaben in einer Arbeitsgruppe vorstellen und diskutieren können. Eine explizite thematische Bezugnahme auf den Call hinsichtlich der eigenen Forschungsarbeit ist wünschenswert, kann aber auch implizit im Rahmen anderer Forschungsvorhaben diskutiert werden und ist somit keine Voraussetzung zur Teilnahme. Als diskussionsbasiertes Kolloquium sind verschiedene Präsentations- und Arbeitsformate willkommen (beispielsweise Workshops, Vorträge, künstlerisch-performative Beiträge). Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass Loccum auch ein Ort für Fragmentarisches, Unreifes und Nicht-Ausformuliertes ist. In der Atmosphäre eines Arbeitstreffens soll das Forschungskolloquium insbesondere die Gelegenheit bieten, mit anderen Nachwuchswissenschaftler*innen auf Augenhöhe zu diskutieren. Das Kolloquium richtet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftler*innen (Promovierende und Post-Docs) aus den Bereichen Kunstpädagogik, Kunsttherapie, Kunsttheorie, Kulturelle Bildung sowie allen benachbarten Fachrichtungen. Auch angehende Promovierende, die noch ganz am Anfang ihres Forschungsvorhabens stehen, sind herzlich willkommen.

Abstract: Wir freuen uns über Beiträge im Umfang von max. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen. Zusendung bis zum 3. Juni per E-Mail an loccum@gmx.net

Datum & Zeit: Das Kolloquium beginnt am Freitag, den 31. August um 14:30 Uhr und endet am Sonntag, den 2. September 2018 gegen 15 Uhr in der Ev. Akademie Loccum.

Kosten pro Person: Die Tagungsgebühr für Übernachtung und Verpflegung beträgt 169€, BDK-Mitglieder erhalten eine Vergünstigung. Es besteht die Möglichkeit vor Ort dem BDK e.V. beizutreten.

Weitere Informationen unter:
https://forschungskolloquiumloccum.wordpress.com/

Organisationsteam von Loccum 2018: Jonas Hogh, Marlene Nockmann, Ina Scheffler und Carolin Ehring


Literaturhinweise:
Hasitschka, Werner (Hg.): Performing Translation: Schnittstellen zwischen Kunst, Pädagogik und Wissen schaft. Wien: Löcker, 2014.
Tröndle, Martin. Warmers, Julia (Hg.): Kunstforschung als ästhetische Wissenschaft. Beiträge zur transdisziplinären Hybridisierung von Wissenschaft und Kunst. Bielefeld: transcript, 2012.
Sanio, Sabine: Intermedialität. S. 194-196. In: Motte-Haber, Helga de la/ Loesch, Heinz von/ Rötter, Günther / Utz, Christian (Hg.): Lexikon der Systematischen Musikwissenschaft. Laaber: Laaber, 2010.
Meyer, Torsten. Sabisch, Andrea (Hg.): Kunst Pädagogik Forschung. Aktuelle Zugänge und Perspektiven. Bielefeld: transcript, 2009.
Heyer, Stefan: Deleuzes und Guattaris Kunstkonzept. Ein Wegweiser durch Tausend Plateaus. Leipzig: Passagenverlag, 2001.
Eco, Umberto: Im Labyrinth der Vernunft. Texte über Kunst und Zeichen. Leipzig: Reclam, 1989.
Deleuze, Gilles. Guattari, Félix: Rhizom. Berlin: Merve, 1977.

call for papers | Räume schaffen | 14. Kunstpädagogisches Kolloquium

Seit dem Ausruf des Spatial Turn wird Raum heute zunehmend relationaler und dynamischer gedacht, was neue Perspektiven auf die materielle und die soziale Welt eröffnet. In Anlehnung an Michel de Certeaus Ausspruch “Ein Raum ist ein Ort, mit dem man etwas macht” (1988, 218) widmet sich das diesjährige Kolloquium einem betont aktiven Umgang mit dem Thema Raum und eröffnet damit das Spannungsfeld räumlicher Potentiale zwischen Visionen und Utopien einerseits, sowie Bedingtheiten und Begrenzungen andererseits. Was heißt es im Kontext kunstpädagogischer Fragestellungen und Anliegen in Lehre und Forschung, Räume zu schaffen – physisch, virtuell, geographisch, sozial? Welche Bedeutung kommt dabei unterschiedlichen Kontexten wie Schule, Museum oder Bildungsmedien und -politik zu?

Aktuell diskutierte Raumkonzepte sind äußerst vielfältig und vielschichtig. Angesichts einer mediatisierten Gesellschaft erscheint beispielsweise der virtuelle Raum von zunehmender Wichtigkeit, insbesondere als Raum der Imagination, der über seine Prägung durch digitale Technologien hinausweist. Davon ausgehend wird eine Vorstellung von Raum als Container, als begrenztes Gefäß, radikal in Frage gestellt. In der Vorstellung können Räume geschaffen und erfahren, Grenzen gezogen und überschritten werden. Doch selbst der virtuelle Raum kommt nicht ohne eine topographische, physische Verortung aus – durch seine materiellen Bedingungen ist er an geographische Räume gebunden. Grenzüberschreitungen rücken Themen wie Kolonialisierung, Migration, Demokratisierung, Partizipation und damit die Frage nach der Gestaltung oder auch der Gestaltbarkeit sozialer Räume in den Blick. Sozial-Sein erklärt sich wesentlich aus räumlichen Anordnungen, in die Menschen eingebunden sind (Löw) – seien diese virtuell oder physisch. Es stellt sich die Frage, wie sich handelnde Subjekte in Räumen positionieren können und inwiefern diese Positionierungsoptionen vorstrukturiert oder aber wandelbar sind (Butler).

Kunstpädagogische Kontexte bieten sich an, utopische, verheißungsvolle Räume zu entwerfen. Unterschiedliche Konzepte versuchen dabei spezifische Möglichkeiten des Räumlichen auszuschöpfen. Dies geschieht z.B. durch den Bezug auf die physische Präsenz der Personen im Raum, die soziale und politische Wirkmacht von institutionellen Räumen sowie deren Veränderungspotential. Weiter denkbar ist die Nutzbarmachung digitaler Räume, die beispielsweise die Chance bieten, sich sozialer Stigmata zu entledigen und Positionierungen dadurch neu verhandeln zu können.

Für eine kunstpädagogische und vermittlungsorientierte Forschung sind neben materiellen Orten wie Schule, Museum oder anderen Kunst- bzw. Bildungsinstitutionen immer auch deren immaterielle Bezugs- und Handlungsfelder bedeutsam. Durch das Handeln und Sprechen, das je nach Kontext spezifisch ausfällt, werden Wissensräume produziert, legitimiert, besetzt, abgesteckt und als allgemeingültig markiert. An Fragen nach Orten des Wissens, des Wo?, schließen sich Fragen nach deren Bedingungen und Gegebenheiten an, des Wie?.

Das Kolloquium in Loccum bietet dahingehend zunächst einen physisch verorteten Raum des Diskurses für einen gemeinsamen Austausch: Wo und wie berühren Fragen nach Raum und Räumlichkeit die eigene Forschungstätigkeit? Welche Vorstellungen und Konzeptionen von Räumen scheinen auf? In welchem Verhältnis stehen unterschiedliche Auffassungen und Ausprägungen zueinander, inwiefern greifen sie ineinander, überschneiden und überlagern sich? Welches Potential bieten diese für eine kritische Auseinandersetzung?

Formelles

Das kunstpädagogische Forschungskolloquium Loccum 2017 möchte dazu einladen, Fragen zu Räumlichkeiten zu teilen, zu diskutieren, zu reflektieren und zu erweitern. Eine explizite thematische Bezugnahme auf den Call hinsichtlich der eigenen Forschungsarbeit ist wünschenswert, kann aber auch implizit im Rahmen anderer Forschungsschwerpunkte diskutiert werden und ist keine Voraussetzung zur Teilnahme. Als diskussionsbasiertes Kolloquium sind verschiedene Präsentations- und Arbeitsformate willkommen (Workshops, Vorträge, künstlerisch-performative Beiträge). Das Kolloquium richtet sich vornehmlich an Nachwuchswissenschaftler_innen (Promovierende und Post-Docs) und bietet diesen explizit die Möglichkeit, Fragmentarisches und Nicht-Ausformuliertes zur Disposition zu stellen. Ausdrücklich willkommen sind dabei angehende Promovierende, die noch ganz am Anfang ihres Forschungsvorhabens stehen.

Abstract: Wir freuen uns über Beiträge im Umfang von max. ca. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen. Zusendung bis zum 15. Juni 2017 per E-Mail an loccum@gmx.net

Datum & Zeit: Das Kolloquium beginnt am Freitag, den 08. September um 14:30 Uhr und endet am Sonntag, den 10. September 2017 gegen 15 Uhr in der Ev. Akademie Loccum.

Kosten pro Person: Die Tagungsgebühr für Übernachtung und Verpflegung beträgt 169€, BDK-Mitglieder erhalten eine Vergünstigung. Es besteht die Möglichkeit vor Ort dem BDK e.V. beizutreten.

Weitere Informationen unter: https://forschungskolloquiumloccum.wordpress.com/

Loccum 2017 Organisation: Nathalie Werner, Karolin Leitermann, Lennart Krauss, Daniela Gernand, Hendrikje Duewel, Nadia Bader

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Literaturhinweise:

De Certeau, Michel: Praktiken im Raum, in: Ders.: Kunst des Handelns, Berlin: Merve, 1988, S.218ff.

Dünne, Jörg und Günzel, Stephan (Hrsg.): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2015.

Lefebvre, Henri: The production of space. New Jersey: John Wiley & Sons, 1991.

Löw, Martina: Space Oddity. Raumtheorie nach dem Spatial Turn. In: sozialraum.de (7) Ausgabe 1/2015. URL: http://www.sozialraum.de/space-oddity-raumtheorie-nach-dem-spatial-turn.php, [Datum des Zugriffs: 03.01.2017].

Von Hoff, Dagmar: Performanz. Repräsentation. In: von Braun, Christina u. Stephan, Inge (Hrsg.): Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender-Theorien. Böhlau: UTB, 2009.

call for papers | AnSichten | 13. Kunstpädagogisches Kolloquium

AnSichten: Forschungsperspektiven auf Kunst und Bild(ung) | Freitag 26. – Sonntag 28. August 2016 | DOWNLOAD: Call for Papers_Loccum 2016

Mit dem Titel AnSichten: Forschungsperspektiven auf Kunst und Bildung legt Loccum 2016 einen Schwerpunkt auf das Forschen mit und an visuellem (Daten)Material. Der Titel verweist zugleich auf den multiperspektiven Umgang mit Bildern jeglicher medialer Repräsentation. Zu Sichten ist visuelles Forschungsmaterial aus Datenerhebungen, bspw. Fotos oder Videos aus kunstpädagogischen Vermittlungssituationen, künstlerisch-gestalterische Produkte und Lernerartefakte ebenso wie Modelle und Grafiken. Dabei stellen sich Fragen wie: Welche Rolle spielen Bilder im Rahmen meiner Forschungsarbeit? Wie analysiere, interpretiere und präsentiere ich visuelles Datenmaterial? Wie kommuniziere ich visuelle Inhalte bzw. wie visualisiere ich Erkenntnisse? Wie werden diese Entscheidungen transparent gemacht?

Der Fokus auf eine Forschung mit, an und durch Bilder stellt die Rolle des Visuellen in wissenschaftlich-kunstpädagogischen Prozessen in den Vordergrund. Der Kunstunterricht als „Fach des Bildes“ (Niehoff & Wenrich, 2007: 22) dient dem reflektierten, selbstbestimmten Umgang in Form von Produktion, Rezeption als auch Reflexion von Bildern als elementare „Basisqualifikationen neben Lesen, Schreiben und Rechnen“ (Peez, 2007). Bildkompetenz und Visual Literacy prägen seit Jahren den fachdidaktischen Diskurs. Visuelles Forschen als auch das Visualisieren von Ergebnissen in verschiedenen Disziplinen hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Zugleich ist in wissenschaftlich-kunstpädagogischen Veröffentlichungen eher ein „Bildverzicht“ (Maar, 2014: 12) zu beobachten.

Bilder & Wissen

Der erweiterte Bildbegriff umfasst „Heterogenes wie Phantasmagorien oder Metaphern, Skulpturen und Ikonen, Diagramme, Installationen oder Bewegtbilder, aber auch reine Farbfelder, automatisch produzierte Graphen und chromatische Serien von Pixeln, die alles, was auf einem Bildschirm erscheinen kann, tendenziell zu einem ‚ikonischen Effekt’ werden lassen“ (Mersch, 2011: 1). Neben die materiellen Bilder treten sogenannte „Figures of thought“ (Dirmoser, 2005), die Vorbewusstes visualisieren und Bilder mental in Erscheinung treten lassen. Diese Transmedialität und Komplexität des Bildes findet sich im schulisch curricularen Kontext jedoch häufig nicht (vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2014: 11). Das Bild im engeren Sinne wird im Kunstunterricht oft auf ein vom Urheber in Form von „Objekte[n], Prozesse[n] und Situationen“ gestaltetes visuelles Phänomen (Niehoff, 2009: 14) beschränkt.
In Anlehnung an Kants Kritik der reinen Vernunft beschreiben Heßler und Mersch (2009) einen Paradigmenwechsel zu einer „Kritik der ikonischen Vernunft”. Bilder sind hierbei nicht bloß Visualisierungen oder Repräsentationen von bereits existierendem Wissen, sondern selbst wissens-konstitutiv. Demnach generieren Bilder neue Erkenntnisse bzw. bildspezifische Formen von Wissen. Phänomene werden durch die aktive Einbeziehung von Bildern und bildbasierten Prozessen in der Forschung „holistisch“ begreifbar (Weber: 2008). Das Bild wird somit als eigenständiges erkenntnistheoretisches Medium in verschiedenen Disziplinen zunehmend erkannt und diskutiert. Im kunstpädagogischen Kontext stellt Pazzini die “wachsende Bedeutung von Bildern […] in der Wissenschaft” heraus, die eine “bildende, erziehende, sozialisierende und forschende” (2014: 14) Funktion erfüllen.
Aufgrund ihrer spezifischen Qualitäten, besitzt jede visuelle Darstellungsform (wie Foto, Zeichnung oder Film) erkenntnistheoretisch konstitutive Parameter und ermöglicht damit einen eigenen Zugang zu bestehendem und neuem Wissen. Im Forschungsprozess sind diese besonderen Eigenschaften zu beachten, wenn visuelles (Daten)Material erhoben bzw. generiert wird, als auch bei der Übersetzung der gewonnen Erkenntnisse in andere Darstellungsweisen wie z.B. Diagramme, Skizzen oder Texte. Besonders spannungsreich erscheint in diesem Kontext das Verhältnis zwischen Bild und Text, weil wissenschaftliche Ergebnisse primär sprachlich präsentiert werden, aber auch aufgrund erkenntnistheoretischer Differenzen von Wort und Bild.

Formelles

Das kunstpädagogische Forschungskolloquium Loccum 2016 möchte zum Teilen, Diskutieren, Reflektieren und Erweitern von AnSichten auf die eigene Forschung und speziell den Umgang mit visuellem Material anregen. Eine explizite Bezugnahme auf die im Call aufgeworfenen Fragen hinsichtlich der eigenen Forschungsarbeit ist wünschenswert, kann aber auch implizit im Rahmen anderer Forschungsschwerpunkte diskutiert werden und ist keine Voraussetzung zur Teilnahme. Als diskussionsbasiertes Kolloquium sind verschiedene Präsentationsformate, auch künstlerisch-performative Positionen, willkommen. Loccum 2016 bietet den Teilnehmer_innen explizit die Möglichkeit, Fragmentarisches und Nicht-Ausformuliertes zur Disposition zu stellen.

Das kunstpädagogisch-wissenschaftliche Kolloquium richtet sich vornehmlich an den kunstpädagogischen Nachwuchs (Lehrkräfte, Promovierende und Post-Docs). Ausdrücklich willkommen sind auch Promovierende in der frühen Forschungsphase, um beispielsweise ihre Forschungsfragen oder einen möglichen Umgang mit visuellem Material gemeinsam in der Gruppe zu diskutieren.

Abstract: Wir freuen uns über Beiträge im Umfang von max. ca. 3000 Zeichen inkl. Leerzeichen und einem für die eigene Forschung relevanten Bild. Zusendung bis zum 1. Juni 2016 per E-Mail an loccum@gmx.net

Datum & Zeit: Das Kolloquium beginnt am Freitag, den 26. August um 14:30 Uhr und endet am Sonntag, den 28. August 2016 gegen 15 Uhr in der Ev. Akademie Loccum.

Kosten pro Person: Die Tagungsgebühr für Übernachtung und Verpflegung beträgt 155€ und maximal 135€ für BDK-Mitglieder. (Es besteht die Möglichkeit vor Ort dem BDK e.V. beizutreten.)

Weitere Informationen: https://forschungskolloquiumloccum.wordpress.com/

Loccum 2016 Leitung: Nico Roenpagel, Miriam Vierhaus und Christina Inthoff

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Literaturhinweise:

Dirmoser, Gerhard (2005). Abrufbar unter: http://gerhard_dirmoser.public1.linz.at/A0/Diagrammbild_3_0_D.pdf [19.04.2016]

Heßler, Martina; Mersch, Dieter (Hrsg.) (2009): Logik des Bildlichen. Zur Kritik der ikonischen Vernunft. Bielefeld. Transcript.

Marr, Stefanie (2014): Kunstpädagogik in der Praxis. Wie ist eine wirksame Kunstvermittlung möglich? Eine Einladung zum Gespräch. Bielefeld. Transcript.

Mersch, Dieter (2011): Materialität und Bildlichkeit. Abrufbar unter: http://www.dieter-mersch.de/Texte/PDF-s/ [19.04.2016]

Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.)(2014): Kernlehrplan für die Sekundarstufe II Gymnasien/Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf. S. 16-19. Abrufbar unter: http://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/klp_SII/ku/KLP_GOSt_Kunst_Endfassung.pdf [19.04.2016].

Niehoff, Rolf; Wenrich, Rainer (Hrsg.)(2007): Denken und Lernen mit Bildern. München. Kopaed.

Niehoff, Rolf (2009): Bildung – Bild(er) – Bildkompetenz(en): Zu einem wesentlichen Bildungsbeitrag des Kunstunterrichts. In: Bering, Kunibert; Niehoff, Rolf (Hrsg.): Bildkompetenzen). Beiträge des Kunstunterrichts zur Bildung. Oberhausen. Athena.

Pazzini, Karl-Josef; Sabisch, Andrea; Zahn, Manuel; May, Evelyn (Hrsg.) (2014): Visuelle Bildung. Kontur eines Forschungsfeldes. Hamburg. Abrufbar unter. http://kunst.erzwiss.uni-hamburg.de/ful-home/blog/wp-content/uploads/2014/10/RZ_VisuelleBildung_Broschu%CC%88re_140630_Ansicht.pdf [16.04.2016]

Peez, Georg (2007): Kunstunterricht heute – und morgen auch. Argumente und Konzepte im Überblick. In: Schulmagazin 5-10. Impulse für kreativen Unterricht. Heft Juli / August 7-8, 2007, S. 5-8. http://www.georgpeez.de/texte/schulmagazin.htm [16.04.2016]

Weber, Sandra (2008): Visual images in research. In: Knowles, Gary; Cole, Ardra (Hrsg.): Handbook of the arts in qualitative research: Perspectives, methodologies, examples, and issues. Los Angeles, CA. Sage Publications, S. 41-53.